Musikverein Witten eV

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Presse 1995

Presse

Ruhrnachrichten, März 1995

Eindrucksvoller Abend zum Jubiläum des Ruhr-Gymnasiums

Hunderte Musiker brachten Carmina Burana zur Aufführung

(bol) Er hatte es wieder einmal geschafft: der Wittener Musikpädagoge und Studiendirektor Heinrich Karl Klein brachte zum Festkonzert mehrere hundert Akteure auf die Bühne, um Carl Orffs berühmte Vertonung der "Carmina Burana" aufzuführen.

Die Zusammenarbeit der Chöre und Instrumentalisten des Ruhr-Gymnasiums mit dem Wittener Musikverein hatte dieses Unterfangen möglich gemacht. Eltern, Lehrer, Ehemalige und Freunde der Schule, die mit der Veranstaltung in die Festlichkeiten zum  135jährigen Bestehen eintritt, hatten zuvor unter Kleins Federführung viele Stunden Freizeit für die Einstudierung der Vokal- und Instrumentalparts geopfert.
Die Früchte dieses Kraftaktes wurden am Montag- und Dienstagabend der Wittener Öffentlichkeit präsentiert.
Den Auftakt des Konzertes hatte das Orchester der Wittener Gymnasien mit der "Feuerwerksmusik" von Georg Friedrich Händel gesetzt. Nach deren Ouvertüre bedankte sich Oberstudiendirektorin Dorothea Eckardt als Schulleiterin im Rahmen einer kurzen  Begrüßungsansprache bei den Mitwirkenden und ,ihrem" rührigen Musiklehrer, der das Wittener Musikleben der vergangenen 25 Jahre wie kaum ein anderer geprägt habe.
Die für Carl Orff so charakteristischen benediktbeurer "Carmina" verlangen den Musikern aller teilnehmenden Ensembles einiges ab. Vor allen Dingen die rhythmische Komponente mit ungebräuchlichen weil asymmetrischen Taktarten ~ und unzähligen  Taktwechseln wollen gemeistert sein. Dazu kommen viele in den allerhöchsten Registern gelegene Vokalpartien. Der durch den Musikverein effektiv unterstützte und begeistert agierende Konzertchor und der eifrig und aufmerksam singende Kinderchor schafften  es, das Publikum zu elektrisieren. Alle Hände voll zu tun hatten die Orchestermusiker, von denen sich die Schlagzeuger viel Lorbeeren verdienen konnten.
Einen exzellenten Eindruck machte darüber hinaus die neben Tobias Gräff, Tenor und Klaus Bülow, Bariton, als Solistin auftretende Wittener Sängerin Susanna Andersson-Dornwald, Sopran. Sie sang ihren anspruchsvollen Part mit souveräner Mühelosigkeit,  wobei sie von ihrer wohlklingend schlichten lyrischen Stimme unterstützt wurde.
Die mitreißende Darbietung hatte den Funken derart überspringen lassen, dass das Auditorium die Aktiven gegen Ende gar nicht von der Bühne lassen wollte. Standing Ovations, minutenlang anhaltender Beifall signalisierten allen Mitwirkenden, dass  sich der immense Probenaufwand gelohnt hatte.

 

Ruhrnachrichten, Montag, 27. November 1995

„Deutsches Requiem“ war Herausforderung

Danziger Orchester begleitet Musikverein

(bol) Einen kulturellen Beitrag zur deutsch-polnischen Verständigung leistete am Samstagabend der Musikverein Witten im Saalbau. In Kooperation mit dem „Sinfonieorchester der Staatlichen Musikschule Frederic Chopin“ aus Danzig war unter  Stabführung des Chorleiters Heinrich Karl Klein das „Deutsche Requiem“ op.45 von Johannes Brahms zu hören.

Der Kontakt in die Hansestadt an der Ostsee war durch Ludwik Kiedrowski zustande gekommen. Denn der ist Kulturamtsleiter der Wittener Partnerstadt Tczew und fungiert gleichzeitig als Beauftragter für Auslandskontakte. Das rund 60köpfige Orchester  unter Leitung von Grzegor Sutt vereint hochtalentierte junge Musiker im Alter zwischen 14 und 20 Jahren.
Das Requiem, richtiger ist es hier, von einer großen Trauerkantate zu sprechen, stellte für beide Ensembles eine große Herausforderung dar, gehört es mit seiner von kontrapunktischen Formen durchsetzten, chromatischen Klangsprache und großen  dynamischen Vorgaben sicher zu den anspruchsvolleren Werken für Chor und Orchester.
Einen gewaltigen Batzen Arbeit hatten die beiden Chefs mit ihren Schützlingen da geleistet. Und das Ergebnis, das am Samstag im halbbesetzten Saal präsentiert wurde, tat davon kund: Die 70minütige Aufführung wurde vom Publikum mit anerkennendem  Beifall bedacht.
Vor dem Hintergrund, dass es sich beim Musikverein, der bei der Veranstaltung vom Chorkreis Dortmund-Oespel unterstützt wurde, um ein Laienensemble handelt, konnte die Darbietung vom Auditorium durchaus positiv bewertet werden. Angesichts der akzeptablen  Gesamtleistung wurde über die auftretenden Mängel im Bereich der Intonation und der fehlenden dynamischen Möglichkeiten der Sänger hinweggesehen.
Einen guten Eindruck hinterließ das von jugendlichem Elan getragene Spiel des Danziger Sinfonieorchesters. Insbesondere die Streicher verdienten sich hier viel Lorbeeren, währen die „blechblasende Zunft“ eine Reihe von „Kicksern“ produzierte.
Die Abrundung des Brahms-Requiems lieferten zwei souveräne Solisten: Susanna Dornwald, Sopran, und Werner Maxin, Bariton, trugen den jeweiligen Part mit angenehm schlicht geführter Stimme treffsicher vor.

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