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Ruhrnachrichten, Dienstag 17. März 1998
Bei Musical-
Publikum bedankte sich mit Beifallsstürmen für "Candide"
Innenstadt (hol) -
Recht hatten die Besucher -
Da war zunächst der große Chor, bestehend aus dem Wittener Musikverein und dem Konzertchor am Ruhrgymnasium. Durch zwei weitere Chöre aus der Umgebung verstärkt ließen die gut geschulten Damen und Herren durchblicken, wie viel Arbeit in der Vorbereitung einer solchen Aufführung steckt.
Die rund 150 Sänger agierten mühelos und souverän. Auch in solch großer Besetzung blieb man ausgesprochen beweglich. Dies musste "Lennie" Bernsteins gefürchteten rhythmischen Eskapaden zugute kommen, die dadurch noch an Spritzigkeit gewannen. Viel Lorbeeren verdiente sich ein leistungsstarkes Solistenensemble. Wenn der junge Candide-
Schwierige Aufgabe
Weiterhin zeigten sich Tenor Thomas W. Kuckler und Bassist Gerhard Pauli von solider Seite. Die inhaltliche Aussage einer konzertanten Aufführung eines Bühnenstückes rüber zu bekommen, das ist eine schwierige Aufgabe. Dass dies weitgehend gelang, dafür war ebenfalls ein Wittener verantwortlich: Ernst Schwab hatte mit seiner Molière-
Ausgeprägte Musik
Großes leisten die Musiker des "Philharmonischen Orchesters Südwestfalen". Wie für Bernsteins Bühnenwerke nicht verwunderlich, kam es dabei nicht zuletzt auf die gute Leistung der "blechblasenden Zunft" und der "schlagenden Verbindung" an, die konzentriert zu Werke gingen und ihre Freude an dem Opus der Amerikaners hatten.
Ruhrnachrichten, November 1998
Rarität: Einzig erhältliche Aufnahme von Jephte
Musikverein jetzt auch auf CD „live“ zu hören
Witten (bol) -
Das frühbarocke Oratorium „Jephte“ von Giacomo Carissimi wird nicht nur selten aufführt. Es scheint sich bei der Produktion des Chores unter Thomas Sander wohl um die zur Zeit einzige Aufnahme zu handeln, die überhaupt zu bekommen ist. Neben dem Oratorium in laSprache sind drei „Begräbnisgesänge“ von Johann Rosenmüller und die instrumentale Sonata im g-
Wie schon bei dem ansprechenden Konzert kann man beim Hören der CD schnell feststellen, dass Dirigent Thomas Sander sich auf dem Sektor der „Alten Musik“ bestens auskennt. Deren Musizierpraxis ist es, von der insbesondere das Carissimi-
Als Solisten sind Christiane Zywietz-
Ruhrnachrichten, November 1998
Es müssen nicht immer „Evergreens“ sein:
Sander überrascht in Annen mit unverbrauchten Klängen
(bol) -
Optisch und akustisch lieferte das schöne Gotteshaus den adäquaten Rahmen zu der Stunde, zu welcher der Wittener Musikverein eingeladen hatte. Und der trat hier ein erstes Mal unter seinem neuen Leiter Thomas Sander an die Ruhrstädter Öffentlichkeit. Sander lieferte mit dieser Premiere den Beweis, dass es nicht immer die „Evergreens“ der Musikliteratur sein müssen, die ein ansprechendes Konzert ausmachen. Vor gut besetztem Raum führte er mit den „Begräbnisgesängen" von Johann Rosenmüller und dem Oratorium „Jephte“ von Giacomo Carissimi zwei frühbarocke Opera auf, die der Musikfreund (leider) nur selten zu hören bekommt.
Mit diesen relativ unverbrauchten Klängen präsentierte sich der Wittener Konzertchor in prächtiger Verfassung. Unterstützt von der vorzüglichen Akustik des Kirchenraumes zeugten bereits die drei Rosenmüller-
Blitzsaubere Intonation
Wie diese Kompositionen lebte auch das Carissimi-
Letzteres konnte auch von einem noblen Solistenquartett behauptet werden. Christiane Zywietz-
Musiker glänzten
Die Krönung des Konzertes stellten die Instrumentalisten des Ensembles des „Neuen Rheinischen Kammerorchesters Köln“ dar. Sie glänzten nicht nur im Rahmen der Begleitung der genannten Chorwerke. Georg Muffats Sonata g-