Musikverein Witten eV

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Presse 2000

Presse

Foto: RN Oktober 2000
Corinna Mölleney, Karin Geldsetzer,
Claudia Pössnitzer und Rosemarie Dienwiebel (v.l.)


WAZ,. Juni 2000

Musikverein glänzt mit seiner Matinee

Liebeslieder klingen durch alte Fabrikhalle

„Nun schürz dich, Gretlein“ oder „Der Spinnerin Lied“ sind ungewohnte Titel in der Werkstadt. Statt üblicher Rockmusik erklang Brahms, anstelle der Band sang ein Chor: Der Musikverein Witten stellte in einer Matinee ein  abwechslungsreiches Programm vor.

Für das Konzert hatten sich die Sänger den Titel „Weiche Gräser im Revier“ ausgesucht. Sehr passend, denn dieser Liedtitel verbindet das Ruhrgebiets-Ambiente der Werkstadt mit der Hauptperson des Programms, Johannes Brahms -  die ehemalige Fabrikhalle und einer der berühmtesten Romantiker in einem.

Die Sänger eröffneten mit einer ganz anderen Epoche: Johann Eccard, Hans Leo Haßler und Heinrich Isaac, drei Meister des Frühbarock, forderten  dem Chor andere Fähigkeiten ab als romantische Chorlieder. Mit Schlichtheit und Präzision  meisterte der Chor diese empfindlichen A-Capella-Stücke.
Mit über 60 Sängern kann der Musikverein Witten über Mitglieder nicht klagen. Jung und Alt singen hier zusammen. Obwohl alle Laienmusiker sind, ist das Niveau hoch: Barbara Vockel, eine der Chor-Sopranistinnen, imponierte mit drei Liedern für   Sopran und Klavier von Armin Knab.
Der solistischen Einlage folgte ein (Chor-)Höhepunkt- Gustav Jenners „Richten will ich Tisch und Gastmahl“ für gemischten Chor und Klavier forderte den Sängern ihr gesamtes Können ab. Große dynamische Gegensätze vom zarten   Piano bis zum monumentalen Forte, dichte Klangflächen und schwierige Intervallsprünge ließen düstere „Fin-de-siècle“-Stimmung entstehen. Dirigent Thomas Sander konnte sehr zufrieden sein mit den Sängern.
Die restliche Zeit gehörte ganz allein Johannes Brahms - zunächst mit lebendig vorgetragenen ungarischen Tänzen. Bettina Uhlig und Wilhelm Makus glänzten mit viel Esprit vierhändig am Klavier. Die vom Chor gesungenen „Liebeslieder“ aus op. 52 und op. 65 überzeugten mit ihren starken Stimmungsschwankungen. Flächige, volle Sätze mit hoher Emotionalität wechselten sich mit schlichten Liedern ab.
Der Chor ist am 19. November mit dem „Stabat Mater“ von Haydn erneut zu hören.

 

Ruhrnachrichten, Oktober 2000

Chor setzt mit seinem neuen Logo auf Wiedererkennungswert

70 Sänger des Musikvereins bereiten sich mit Thomas Sander auf Konzert vor

Witten (bol) - Die Verbundenheit zu seiner Heimatstadt hat jetzt der „Musikverein Witten“ unter Beweis gestellt. Eines der Wahrzeichen unserer Stadt, der Rathausturm, zeigt das neue Logo des Chores.

Rosemarie Dienwiebel, der Vorsitzenden des Vereins, ist die Idee gekommen, den Turm des Rathauses stilisiert als „i“ für beide untereinander montierten Worte des Namens einzusetzen.
„Wichtig ist dabei der Wiedererkennungswert“, meint Karin Geldsetzer, die beim Musikverein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Daher soll das neue Logo zukünftig auf alle Plakate, Handzettel und Geschäftspapiere gedruckt  werden. „Der Chor ist deutlich im Aufwind“, erklärt die Vorsitzende. Dies macht sie nicht zuletzt an der Tatsache fest, dass man mittlerweile auf über 70 Sänger angewachsen ist. Trotzdem sind auch zukünftig neue Sangesfreunde  gern gesehene Gäste. Und dies gilt ganz besonders für die Tenor- und Bass-Sektion.
Das neue Logo ist in den kommenden Tagen überall in der Stadt zu sehen: auf den Plakaten zum Konzert am Sonntag, 19. November, in der Kreuzkirche. Dort führt der Musikverein unter anderem das „Stabat Mater“ von Joseph Haydn auf. Den  Taktstock führt Chorleiter Thomas Sander.
„Dabei handelt es sich um ein oratorisches Werk von etwa einer Stunde Dauer. Wir werden die instrumental schlanker besetzte von zwei Fassungen aufführen", erläuterte Sander.
Neben dem Chor ist ein nobles Solistenquartett mit von der Partie. Sopranistin ist die in Witten von zahlreichen Auftritten bekannte junge Sängerin Dorothee Fries. Den Instrumentalpart hat das neuformierte Bochumer „Ensemble M 2000“ übernommen.  Darin arbeiten Profis und versierte, engagierte Amateure zusammen.

 

Ruhrnachrichten, 21. November 2000

Musikverein trat in der Kreuzkirche auf

Chor zeigte sich von seiner besten Seite

Innenstadt (bol) - Auch die weniger bekannten Opera locken die Wittener Musikfreunde an: Diesen Beweis treten Wittener Konzertchöre in letzter Zeit immer wieder an.

Am Sonntagabend füllte der Musikverein mit dem "Stabat Mater" von Joseph Haydn die Kreuzkirche an der Lutherstraße gänzlich.
Unerklärlich, warum diese hochwertige geistliche Komposition ein Dornröschendasein führt. Der alte Hymnus, den der Meister hier vertont, reflektiert die Empfindungen von Christi Mutter Maria unter dem Kreuz ihres Sohnes.
Der genannte Chor unter Thomas Sander zeigte sich dabei von bester Seite. Die Arbeit des Ruhrstädter Musikpädagogen scheint zum einen Früchte zu tragen. Auf der anderen Seite macht sich der Zustrom junger Stimmen, den der Musikverein in den vergangenen  Monaten erfuhr, positiv bemerkbar.
Das Ergebnis: Glasklare Sopranstimmen, die auch schwindelnde Höhen mühelos meistern und eine lupenreine Intonation. Letztere war bei der Interpretation des oratorischen Haydn-Werks gefragt. Die zahlreichen verminderte Akkorde bereiteten den Chorsängern  überhaupt keine Probleme. Das eindeutige, gestaltende Dirigat Sanders gab ihnen außerdem Gelegenheit, das intensiv Geprobte dem Publikum darzubieten.
Zur gelungenen Aufführung der anspruchsvollen Musik gehörte ein solides Solistenensemble, und das, obwohl zwei der vier Musiker kurzfristig eingesprungen waren. Insbesondere Sopranistin Bettina Pahn vertrat die erkrankte Dorothee Fries mehr als  gut. Die Sängerin mit dem schlichten, hellen Stimmtimbre legte große Virtuosität an den Tag, die sich mit einfühlsamer Gestaltung paarte. Johanna Schoppa (Alt), Christian Carrasco (Tenor) und Arndt Winkelmann (Bass) erfüllten ihre Aufgabe  durchaus ansprechend, hatten jedoch phasenweise dynamische Probleme.

Interpretation überzeugt
Eine glänzende Visitenkarte gab das Bochumer „Ensemble M 2000“ beim Instrumentalpart des "Stabat Mater" ab. Zuvor hatte man die Besucher beim Concerto grosso op. 6, Nr. 6 von souveräner Spielkunst und stilgerechter Interpretation  barocker Musik überzeugt.

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