Musikverein Witten eV

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Presse 2001

Presse

WAZ, 26. Juni 2001

Musikverein belebt vergessene Melodien

Konzert mit Werken von Armin Knab - Chor und Solisten können sich hören lassen

"Das ist Musik, die zu unrecht vergessen ist, die man der Vergangenheit entreißen muss!'' Engagiert wirbt Thomas Sander für den Komponisten Armin Knab. In der Werkstadt ließen er und seine Sänger, die Damen und Herren des Musikvereins,  am Samstagabend die Musik dieses Komponisten wieder aufleben.

Viel Aufwand und Recherche waren nötig, sogar in Klausur in ein kleines Dorf bei Paderborn ist Sander mit den Sängern gegangen, um das Konzert vorzubereiten. Dass es schließlich genau auf Knabs fünfzigsten Todestag fiel, ist, wie Sander sagt,  ein Zufall. Armin Knab, 1881 in Unterfranken geboren, war zunächst Jurist mit großer Passion für die Musik, bevor er sich 1934 entschied, Lehrer an der Akademie für Kirchen- und Schulmusik in Berlin zu werden und ganz der Musik zu leben. Für  die Jugendbewegung der zwanziger Jahre hatte er Bedeutung, ebenso für den Chorgesang, bis heute. Das Engagement für Knab in allen Ehren: Über die Qualitäten des Komponisten, der in der Musikgeschichte keine besondere Rolle gespielt hat, lässt  sich streiten. Knab war zwar unpolitisch, auch widersetzte er sich in den dreißiger Jahren dem Druck, der NSDAP beizutreten. Seine Musik jedoch, sehr melodiös und an Schubert orientiert, seine Texte und Themen - Landsknechtslyrik, Erntelieder und  aufgewärmte Romantik - passten sich problemlos in die nationalsozialistische Musikauffassung ein. Sei es, wie es sei: Knab schrieb zahlreiche wohlklingende Chorsätze, die der Musikverein mit großem Einsatz und Freude singt. Das "Streitlied zwischen  Leben und Tod" etwa gelingt schön, die Ausschnitte aus dem Oratorium "Das gesegnete Jahr" ebenso.
Unterstützt werden die Sänger von drei Solisten, die sich hören lassen können. Neben Manuel Tobias Stöbel (Tenor) und Arndt Winkelmann (Bass) ist das vor allem Dorothee Fries.
Knabs Zyklus "Die Sternseherin Lise" etwa und auch den vier Goethe-Liedern widmet sie sich mit ihrem angenehm hellen und intensiven Sopran. Im "Engelsgruß" wird sie dazu kompetent unterstützt von Wilhelm Makus an der Querflöte, der neben Thomas  Sander auch am Flügel begleitet. Recht freundlich ist am Ende der Beifall im leider nur schwach besetzten Saal.
Markus Bruderreck

 

Foto: WAZ 16.11.2001
Prof. Hömbach springt für Chorleiter Sander ein.


WAZ Samstag, 16. November 2001

Komponist springt für Chorleiter ein

Prof. Hömberg dirigiert Musikverein

Der Kölner Musikprofessor Johannes Hömberg hat für den erkrankten Thomas Sander die Chorleitung beim
Wittener Musikverein übernommen.

Im Musiksaal des Ruhr Gymnasiums herrschte am Donnerstaggespannte Erwartung. Immerhin war es die erste Probe des ältesten Wittener Laienchors mit seinem neuen Leiter.

Johannes Hörnberg, der international als Professor und. Dirigent tätig war, hat sich spontan bereit erklärt, für seinen ehemaligen, Schüler,  Assistenten und Freund Thomas Sander einzuspringen. „Das hat Thomas, zuerst gar nicht geglaubt"  sagt der aktive Ruheständler, der eigens für die Proben aus Köln anreist. Für mich ist die Übernahme dieser Aufgabe ganz normal, weil  ich ihn sehr schätze und er mein Kollege ist“.
Das Konzertprojekt dessen Vorbereitung er jetzt übernommen hat, ist Hörnberg nicht fremd. Schließlich hatte Thomas Sander ihn bezüglich der Programmgestaltung um Rat angesprochen. „Thomas plante, ein Konzert, das barocke Lebensbejahung   und Freude an der Musik zum Thema haben sollte. "Zu diesem Anlass hat Johannes Hömberg fünf der Augsburger Lieder der Barockzeit (1735 und 1737) aus Valentin Rathgebers „Ohrenvergnügendem und gemüthsergötzendem Tafelkonfekt"in Anlehnung   an barocke Kompositionsstile neu vertont und für mehrstimmigen Chor gesetzt. Sie sind Thomas Sander und dem Wittener Musikverein gewidmet, denen Hömberg auch das Recht zur Uraufführung eingeräumt hat.
"Weitere Programmpunkte des für den 1. Februar 2003 geplanten Konzertes sind die Kantaten „Weichet nur, betrübte Schatten“ von Johann Sebastian Bach und „Mahnung an die Jugend, sich der Musik zu befleißigen“ von Paul   Hindemith nach einem Text des Barockdichters Martin Agricola aus dem Jahr 1528.

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