Musikverein Witten eV

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Presse 2002

Presse

Foto: WAZ 08.07.2002
In den Sommer entführte der Chor des Musikvereins - links:  Leiter Thomas Sander,
rechts: Solist Martin Backhaus - die Zuhörer in der Wittener
Werkstadt. Foto: Böhmer


Nummer 24 Dienstag, 29. Januar 2002

Mozart Schmeckte nach mehr

Musikverein begeisterte mit 50 minütigem Konzert in der Johanniskirche


Von Jens Nieweg
Knapp fünf Monate haben sie geprobt und was heraus kam, konnte sich hören lassen. An Mozarts 246. Geburtstag spielte der Musikverein in Begleitung des Bochumer Instrumental-Ensembles M 2000 (leider nur) 50 Minuten aus dem religiösen Schaffen  des Meisters.

Allein Wolfgang Amadeus Mozart galt der Sonntagabend in der Johanniskirche, den der Chor des Musikvereins unter Dirigent Thomas Sander gestaltete. Ordentlich  begann das Programm mit der Kirchensonate C-Dur (KV 278), doch das schienen die sehr textsicher  auftretenden Sänger nur als Aufwärmphase zu nutzen, denn "Sancta Maria, Mater Dei" (KV 273) wurde noch besser. Sander hatte die Detailunterschiede in  der Dynamik sehr schön herausgearbeitet und der Chor setzte sie gut um. Bei dem abschließenden  "Amen" war klar: Zu loben ist die Artikulation des Chores.
Die auf Feiern jeglicher Art fast schon inflationär oft gehörte Motette "Ave verum corpus" (KV 618) dagegen hätte auch langsamer gespielt werden können. Etwa in der Mitte der Komposition kamen Divergenzen auf, denn die Streicher vom Ensemble   M 2000 versuchten zu treiben, der Chor musste sein Tempo leicht erhöhen. Den guten Klang in der Kirche störte dies aber kaum.
Im Anschluss - die kurzen Pausen zwischen den einzelnen Werken blieben ohne Applaus und so wirkte die Reihenfolge sehr zügig - konnte das Orchester bei der zweiten Kirchensonate in C-Dur (KV 278) sein Können beweisen. Ohne Chorbegleitung gaben die   ersten Geigen hier, wie vorgegeben, souverän den Rhythmus an, der in diesem Stück nicht leicht bis zum Ende glatt durchzuhalten ist. Doch mit schöner Intonation, die auch noch in den letzten Reihen nicht verwischt klang, gelang dies glänzend.   Auch die "Vesperae solennes de Dominica" (KV 321) mit der Raum füllenden Stimme von Sopranistin Christiane Zywietz-Godland wurden zum Erfolg.Wie entfesselt begann der Chor darin das "Magnificat" zu intonieren. Die kleine Schwäche hier: die unüberhörbar   betonte Vokalisation.
Trotzdem hatte Dirigent Sander allen Grund zur Zufriedenheit. "Es ist immer spannend, einen Laienchor mit einem Profiorchester zu leiten", sagte er nach der Zugabe. Das "Magnificat" war erneut gespielt worden - jetzt noch besser als vorher.

 

WAZ 08.07.2002

Musikverein lässt die Sommerzeit aufblühen

„Summertime" mit Stücken aus drei Musicals in der Werkstadt

Für knapp 90 Minuten ließ der Musikverein Witten am Samstag in der Werkstadt die „Summertime“ aufblühen, die Sommerzeit. Mit gelungen vorgetragenen Musical-Auszügen begeisterten Chor und Solisten den fast voll besetzten Saal.
Seit Februar hatte sich der 67-köpfige Chor um Leiter Thomas Sander auf diesen Abend vorbereitet. „Jetzt merkt man, dass Konzertzeit ist, sagte der musikalische Leiter vor der Aufführung. „Hier ist zwar keiner nervös, aber alle  merken, dass dieser Abend etwas Besonderes ist.“ Das bekam auch das Publikum schnell mit. In tadelloser Form begrüßte der in blaue Hosen und. weiße Hemden gekleidete Chor die Zuhörer mit „The surrey with the fringe on the top"  aus dem Musical „Oklahoma". Neben der musikalischen Unterhaltung mit 20 Stücken aus drei Musicals gab Chorleiter Thomas Sander auch Wissenswertes über die Tradition des Musicals und deren Inhalte preis: „In „Oklahoma" spielt  sich die klassische Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen ab. In diesem Fall zwischen Mann und Frau."
Unterstützt wurde der Chor neben instrumentaler Begleitung - Klavier, Kontrabass und Schlagzeug souverän aufgespielt - durch die einprägsamen Stimmen von Martin Backhaus und Jutta Potthoff. Gemeinsam stellten sie sogar in kleinem Rahmen die Musical-Situationen  nach. Für „Anything you can do" aus „Annie get your gun" gerieten die
Solisten sogar in einen Sangeswettstreit, bei dem Backhaus verlieren musste und mit gespielt grummeliger Miene von der Bühne zog. Für so viel Einsatz gab das Publikum zum Schluss verdienten Applaus für Sänger,
Chor und Musiker.
Das nächste Projekt des Musikvereins Witten ist für das Frühjahr des Jahres 2003 mit Stücken von Telemann und Hindemith angesetzt. Kap.

 

RN 08.07.2002

Flotte Rhythmen aus der neuen Welt

Musikverein Witten bot Konzert „Summertime" in der WerkStadt

Witten * Der Musikverein glänzte am Samstag mit Auszügen aus amerikanischen Musicals in der WerkStadt. Passend zum robusten Industriekultur Flair des oberen Raumes präsentierten sich die 60 Mitwirkenden in Jeans und T-Shirt - weiße T-Shirts  und rote Notenmappen erinnerten vielleicht ein wenig an die Flagge Japans und die vergangene WM, jedoch ließen die Jeans keinen Zweifel an amerikanischen Anleihen.

Unter der Leitung von Thomas Sander erklangen schmissige und manchmal herrlich kitschige Rhythmen aus der neuen Welt. Oklahoma, ein Musical von Richard Rodgers, handelt grob gesagt von der Liebe, die am Ende siegt. Insgesamt sechs Kostproben gaben  die Sänger im Wechselspiel mit den Solisten Jutta Potthoff (Sopran) und Martin Backhaus (Bariton) aus diesem Musica. Für eine typisch amerikanische Bar-Atmosphäre und untermalend - unterstützende Rhythmen sorgten Nina Aristova (Klavier), Wilfried  Rompa (Kontrabass) und Benjamin Leuschner (Schlagzeug). Irving Berlins Musical „Annie Get Your Gun“ hat sowohl die Liebe, als : auch eine turbulente Geschichte um die Schießkunst zum Gegenstand. Insbesondere das "There´s No Business  Like Showbusiness" interpretierte der Chor vorbildlich mit akzentgebenden Sforzatoklängen und in sehr deutlichem und daher gut verständlichem Englisch - welches sich übrigens durch die gesamte Werkauswahl zog.
Die beiden Solisten lieferten in „Anything You Can Do" ein musikalisches Zwiegespräch, in dem Mimik und Gestik den
Handlungscharakter eines Musicals gekonnt hervorhoben. Die Oper „Porgy And Bess“ vgn Gershwin vereint Jazzrhythmen, symphonischen Charakter sogenannter E-Musik, Spiritual- und Gospelklänge. Die Geschichte spielt in den Südstaaten der  USA und legt damit einen Schwerpunkt im Milieu der Afro-Amerikaner. Der Chor und die Solisten meisterten neben sauberer Intonation, homogenen Einsätzen und raumausfüllenden Stimmen sogar die typische Aussprache dieser Region Amerikas.
Der Titel, des Konzerts „Summertime“ feierte im gleichnamigen populären Stück seinen Höhepunkt in der wunderbaren Interpretation Jutta Potthoffs. Zum Schluss des Abends brach ein nicht enden wollender Applaus eines begeisterten,  vollbesetzten Saals über die engagierten Musiker herein und entlockte ihnen gleich zwei Zugaben. * BN

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