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Foto WAZ 04.04.2006
"Bachs angenehmes Mordgeschei"
RN 03. April 2006
Großer Einsatz für Bachs Fragment
Annen -
Die nur in Fragmenten überlieferte, besonders aufgrund der Anlage als Parodiewerk teilrekonstruierte Markuspassion aus dem Jahre 1731 kam in Reinhard Keisers (1674-
War der Chorgesang vom ersten Ton an klar und rein, so hatten die Solisten mit der Akustik des Kirchenraumes ebenso zu kämpfen wie mit der zudeckenden Klanggewalt des basso continuo, das im Orchester durch Cembalo, Gamben, Cello und Kontrabass repräsentiert wurde.
Den umfassendsten Part hatte Bernhard Scheffel (Tenor) zu leisten, der quasi als Lektor weite Passagen des Rezitativs mit Bravour bestritt. Dabei bewegte er sich stimmlich im hohen Register, näherte sich bereits dem Counter-
bei mir" rutschte er allerdings, vor allem in den Koloraturen, ins tiefere Register ab, wo er deutlich an Klarheit verlor.
Alexander Schubert bot eine sehr angenehme, wenn auch hoch angelegte Basspartie, die aber insbesondere in den häufigen Dialogen
mit dem ebenfalls hohen Tenor gut harmonierte. Altistin Felicia Friedrich, ebenfalls ins Rezitativ eingebunden, vermochte sich hingegen kaum gegen das Orchester durchzusetzen.
Bettina Lecking konnte sich mit ihrem Sopran nach und nach steigern und die Arien des zweiten Teiles mit genügend Energie über das Orchester erheben. Die letzte, koloraturreiche Arie "Welt und Himmel, nehmt zu Ohren" wurde souverän eingeleitet und bis zum Schluss begleitet durch das Konzertmeister-
Getragene Choräle bestimmten nur einen Teil des Chorgesangs. Vielstimmig-
Martin Schreckenschläger
WAZ 04.04.2006
Bachs angenehmes Mordgeschrei
Eine wiederentdeckte Rarität:
Die Markuspassion in der St. Joseph-
Von Markus Bruderreck
Komponisten haben immer gerne und reichlich bei sich und anderen geklaut. Das gilt auch für Johann Sebastian Bach. Manche Bach-
Die Version, die nun vom Musikverein und dem Kammerorchester Witten unter Hermann Kruse zu hören war, ist eine Fassung mit Musiken von Reinhard Keiser, einem Zeitgenossen, den Bach sehr verehrte. Keisers eigene Markuspassion wurde hier gleichsam mit der Bachs „gekreuzt“. Vor allem die Evangeliumserzählung stammt von Keiser, Anfangs-
Gleich zu Beginn: Eine schwere Nagelprobe für den Musikverein, der Eingangschor „Geh Jesu, geh zu deiner Pein“. Wenn hier noch einige Intonationsschwierigkeiten auffielen, so sang sich der Musikverein jedoch bald hörbar frei und beeindruckte besonders in den Chorälen, die wie in anderen Bach-
Gut, dass man die ausladenden Text-
Viele Menschen strömten am Sonntagnachmittag in die St. Joseph-