Musikverein Witten eV

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Presse 2007

Presse

RN 08.01.2007

Musikverein entführt nach Frankreich

INNENSTADT Weihnachtliche Musik im französischen Stil stand auf dem Programm des Wittener Musikvereins am Samstagabend in der Johanniskirche. Der Wittener Chor hatte sich mit der Kantorei Herdecke verstärkt, so dass die stattliche Anzahl von rund  70 Sängern für Klangfülle sorgte. Komplettiert wurde das Ensemble durch ein Solistenquintett. Mitglieder der Bochumer Symphoniker übernahmen den Orchesterpart.
Zu Beginn stand die "Messe brève Nr. 7 C-Dur" von Charles Gounod auf dem Programm. Leise und romantisch erklang das Kyrie, erhaben das Gloria mit den Solisten Martin Bastian (Tenor) und Gerrit Miehlke (Bass). Im Sanctus entfaltete der Chor zum ersten  Male seine volle Klangfülle und überzeugte mit ausgewogener Stimmführung und homogenem Klang. Weihevoll klang das Werk mit dem Agnus Dei aus. Das Orchester begleitete präzise mit sauberer Intonation, war aber bei den Pianostellen oft etwas  zu laut.

Leistungssteigerung
Der Chor wird von Hermann Kruse geleitet und hat seitdem eine bemerkenswerte Leistungssteigerung erfahren. Zurückhaltend sein Dirigat, dafür sehr effektvoll. Die Sänger und Musiker folgtem ihn willig und wurden so zu einer eindrucksvollen musikalischen  Leistung geführt.
Die "Aria in classic style" von Marcel Grandjany ist für Harfe und Streicher komponiert. Den Solopart hatte die Harfenistin Uta Deilmann übernommen und begann das Stück auch gleich mit einem großem Solo. Es folgte das "Ave Maria" von Gabriel  Fauré für Sopran, Alt, Harfe und Orgel. Die Solistinnen Bettina Lecking (Sopran) und Elke Lingemann (Alt) begeisterten das Publikum mit ihrem ausgewogenen Gesang. Leider war die elektronische Orgel - gespielt von Christian Zatrüp- zu laut und  deckte den romantischen Klang der Harfe weitgehend zu. Hier hätte man sich ein konventionelles Orgelpositiv mit Pfeifen gewünscht und eine etwas sensiblere Registrierung.

Erinnerung an Flamenco
Ihr großes Können als Harfenistin zeigte Uta Deilmann mit dem "Chanson de la nuit" von Carlos Salzedo (1885 - 1961). Diese eher spanisch angesiedelte Musik erinnert sehr an den Flamenco. Rhythmisch angelegt, mit kristallenen Kaskaden, teils im Glissando,  dazu das Klopfen der Tanzrhythmen auf dem Instrumentenkörper - alle Möglichkeiten dieses Instrumentes wurden voll ausgeschöpft.
Den Abschluss bildete das "Weihnachtsoratorium" von Camille Saint-Saens. Das Solistenquartett wurde ergänzt durch Sigrid Kruse (Mezzosopran), die sich harmonisch in die teils mehrstimmigen Sologesänge einfügte. Lediglich Martin Bastian (Tenor)  fiel durch krankheitsbedingte Indisposition etwas ab, was aber den Gesamteindruck kaum schmälerte.
Beim Schlussgesang waren alle Beteiligten vereint und lassen dieses romantische Werk mit einem Halleluja ausklingen. Die Zuhörer in der gut besuchten Johanniskirche sparten nicht mit Beifall. - Peter Tölke

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü