Musikverein Witten eV

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Presse 2009

Presse

Der Musikverein Witten und das Bochumer Barockensemble führten in der Johanniskirche Bachs Weihnachtsoratorium auf.

Foto: Martin Schreckenschläger

RN, 13.12.2009
Weihnachtsoratorium von Bach
Musikverein begeisterte in der Johanniskirche
Von Martin Schreckenschläger am 13. Dezember 2009 14:55 Uhr
WITTEN Mit Bachs Weihnachtsoratorium präsentierte der Musikverein Witten am Samstag ein großes Werk in großer Besetzung - in begeisternder Qualität. Selbst von der Empore der Johanniskirche schauten Zuhörer  auf die 65 Choristen, 25 Musiker und ein Solistenquartett unter der Leitung von Joachim Gresch herab.
Nicht wie bei der Leipziger Uraufführung vor 275 Jahren verteilt auf sechs Festtage, sondern in einem Konzert kamen fünf der sechs Teile zur Aufführung.
Die Zahlenmystik in Bachs Komposition erschließt sich heute nur noch wenigen. Ebenso mag erstaunen, dass dieses große Werk keineswegs in einem Guss neu geschaffen wurde, sondern eine Fülle älterer Kompositionen einbindet. Solche "Parodien"  waren damals üblich. Die Aufführung begann mit Pauken und Trompeten - neuzeitlichen Piccolos, die den hochkarätigen Musikern das Spielen der Partien in hoher Lage gegenüber den im Barock üblichen Naturtrompeten ein wenig erleichtern. Zu  großem Jubilieren und wohlklingend getragenen Chorälen hatte Gresch den Chor in nahezu einjähriger Vorbereitung geführt.

Solopartien hervorragend ausgestaltet
Die Solopartien wurden von einem jungen Quartett hervorragend ausgestaltet. Altistin Sabine Eyer glänzte u.a. mit der Arie der Maria im Duett mit einer Solo-Violine, allein vom Basso Continuo gestützt. Diese barocke Instrumentengruppe beinhaltete   das von Dr. Hermann Kruse, dem ehemaligen Chorleiter, gespielte Cembalo, Bass und Celli sowie das Fagott.
Die Erleuchtungsarie gab Henric Fründ Gelegenheit zur Zwiesprache mit einer Oboe. Orientalisch klagend symbolisierte dies die Bekehrung der Heiden. Begeisternd auch der klare Sopran von Kerstin Pohle. Tenor Jens Lauterbach, ebenfalls mit herausragenden   Stimmqualitäten, war wie Kruse für einen erkrankten Kollegen kurzfristig eingesprungen.
Obwohl sie das Publikum stark beanspruchten, wurden das gewaltige Konzert, die große Leistung des Chores, die tollen Solostimmen, ein an Klangfarben reiches Bochumer Barockensemble und Joachim Gresch am Pult vom Publikum ausgiebig gefeiert.

 

Witten, 13.12.2009, Markus Bruderreck
Musikverein in der Johanniskirche

Viel Applaus für Weihnachtsoratorium
Trotz Grippe des Dirigenten geriet das Weihnachtsoratorium" in der Johanniskirche wieder zu einem großen Erfolg.

Nach knapp zwei Stunden war er schweißgebadet. Dirigent Joachim Gresch taumelt etwas, nachdem die letzten Töne verklungen sind. Eine immense Leistung, trotz Grippe Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium” zu leiten. Großer  Beifall für den Dirigenten des Musikvereins Witten, der die Geschicke des Chors in seinen Händen hält. Und viel Applaus natürlich auch für die Solisten und Choristen, die am Samstagabend (12.12.) die Aufführung von Bachs Stück bestritten.

Zu Beginn vermeldete Gresch weitere Grippeprobleme: Tenor Jens Lauterbach hatte kurzfristig die wichtige Rolle des Evangelisten übernommen, die eigentlich Antonio Badinski übertragen war. Trotz allem wurden es zum Glück zwei stimmungsvoll-weihnachtliche  Stunden in der gut besuchten Johanniskirche.

Normalerweise ist das „Weihnachstoratorium” länger: Gresch hat vorsichtig gekürzt und die vierte Kantate sogar vollständig weggelassen. Keine schlechte Idee, denn eine vollständige Aufführung überfordert manchen Zuhörer  vielleicht. Der Musikverein zeigte sich wie so oft in bester Verfassung. Die Tenöre sind freilich, wie bei vielen anderen Chören auch, recht dünn besetzt. In Paradestücken wie „Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben” fällt  das natürlich auf. Die Soprane sind sehr gut vertreten, und auch das macht sich im Klangbild bemerkbar.

Als Orchester setzte Gresch sein eigenes, im Jahr 1977 gegründetes „Bochumer Barockensemble” ein. Die Musiker entfalteten einen soliden, weitgehend intonationsstarken Bach-Klang. Einzelne Musiker stachen heraus: Die Oboen von Ulrike Kriegel  und Ellen Niewiarra etwa oder die wendige, saubere Bach-Trompete von Dimitri Trofimowitsch. Bei den tüchtigen Vokalsolisten überzeugten besonders die Frauen, allen voran Kerstin Pohles beweglicher, leichter Sopran. Erfreulich auch Sabine Eyer (Alt).  Der noch recht junge Henric Fründ verfügt über einen Bariton, der sehr gaumig ist und etwas „unfrei” wirkt. Da ist noch mehr Potenzial, wie auch beim Einspringer, Jens Lauterbach. Er leitete als Evangelist zwar in weiten Teilen  verlässlich durch die Weihnachtsgeschichte, stieß aber auch – wie in seiner großen Arie des sechsten Teils – an Grenzen. Es fehlte da an Glanz und an der nötigen Höhe. Den positiven Gesamteindruck konnte das jedoch wahrlich  nicht trüben.
Info:
Der 1955 in Bochum geborene Musikwissenschaftler, Kirchen- und Schulmusiker Joachim Gresch leitet den Musikverein seit Mai 2008. Sein Schwerpunkt liegt auf Musik des Barock. Für die nächsten Konzerte hat er allerdings zum einen Wiener Klassik (2010),  zum anderen Geistliches von Dvorák aufs Programm gesetzt (2011). www.musikvereinwitten.de

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