Musikverein Witten eV

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Presse 2010

Presse

RN 21.06.2010

Chor überzeugte mit klaren Sopranen und Präsenz
Musikverein hatte nur wenige Zuhörer

Innenstadt *  Die Konkurrenz war einfach zu groß. Fußball-WM, königliche Hochzeit in Schweden, dazu zahlreiche Programme im Rahmen der Local-Hero-Woche waren wohl der Grund dafür, dass nur ca. 50 Zuhörer das Konzert des Musikvereins  Witten in der Johanniskirche besuchten. Sänger und Musiker ließen sich aber nicht beirren und boten ein wunderschönes Konzert mit einem sehr geschickt zusammengestellten Programm.
Die Reihenfolge der Musiken orientierte sich an der lithurgischen Folge einer katholischen Messe. So war denn auch die Missa brevis von Joseph Haydn das zentrale Werk. Sie wurde aber ergänzt und unterbrochen von anderen Kompositionen aus der Salzburger  Zeit Mozarts und Haydns.

Verstärkung

Der durch die „Kantorei Allerheiligste Dreifaltigkeit“ aus Wanne-Eickel verstärkte Chor des Musikvereins begann mit dem „Asperges me“ von Michael Haydn. Der aus ca. 50 Personen bestehende Chor überzeugte sofort mit einem  stimmlich abgerundeten Klang mit klaren Sopranen. Der erste Höhepunkt war der berühmte Chorsatz „Die Himmel erzählen“ aus dem Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn. Hier brachte der Chor seine stimmliche Präsenz  erstmalig voll zur Geltung.

Strahlende Stimme

Das Orchester „Bochumer Barockensemble“ begleitete engagiert und musizierfreudig. Hier ist allerdings kritisch anzumerken, dass die Besetzung mit nur einem Musiker in den einzelnen Streicherstimmen zu dünn war.
Die Solistin des Abends war Kerstin Pohle (Sopran). Ihre strahlende, Raum füllende Stimme mit größter Leichtigkeit und Beweglichkeit in den Höhen kann problemlos dem Koloraturfach zugeordnet werden und erinnert an große Oper. Mozarts Kantate  „Exsultate, jubilate“ geriet so zu einem gesanglichen Kunstgenuss.
Seite 2008 ist Joachim Gresch der neue Leiter des Musikvereins. Der Chor hat unter seiner Leitung an Qualität gewonnen. Er überraschet allerdings bei Mozarts getragenem „Ave verum corpus“ mit ungewohnt raschem Tempo. Die wenigen Zuschauer  spendeten viel Beifall und wurden mit einer Zugabe aus Haydns „Schöpfung“ belohnt.

*Peter Tölke*

 

Der Chor überzeugte beim Weihnachtskonzert.
RN-Foto: Tölke

RN, 14. Dezember 2010

Pure Sangesfreude

Weihnachtskonzert des Musikvereins / Publikum stimmt  ein

Witten.   Vorfreude auf das Weihnachtsfest wollten die Sängerinnen und Sänger des Wittener Musikvereins den Zuhörern in der gut besetzten Johanniskirche vermitteln. Abseits vom Trubel des Weihnachtsmarktes fand sich im spärlich  beleuchteten Kirchenraum ein Ort der inneren Einkehr und der Besinnung.
Zu Beginn des Konzertes wies Chorleiter Joachim Gresch auf die Wahl des 25. Dezember als Datum für das Weihnachtsfest hin. In der dunkelsten Zeit des Jahres bringt Jesus das neue Licht. Die musikalischen Darbietungen folgten der Zeitgeschichte und  begannen mit dem gregorianischen Gesang „Rorate caeli desuper“ (Erflehet vom Höchsten den Himmel), von Joachim Gresch in volltönendem Bariton vorgetragen. Es folgten bekannte weihnachtliche Gesänge aus dem 16. und 17. Jahrhundert  (Ein Kindlein ist uns heut geborn, Maria durch ein´ Dornwald ging). Der Chor sang klangvoll und bot eine ansprechende Leistung. Allerdings würden zusätzliche Männerstimmen die Ausgewogenheit der einzelnen Stimmlagen wesentlich verbessern.  Die Chorsängerinnen Corinna Mölleney und Ulrike Rubens überzeugten mit gelungenen solistischen Einlagen (Joseph, lieber Joseph mein). Bei den Liedern „Es ist ein Ros entsprungen“ und „Ich steh an Deiner Krippen hier“ wurde das Publikum gesanglich einbezogen. Zwischen den Liedern und Gesängen trug Burkhard Huwald weihnachtliche Geschichten und Rezitative vor. Oft blitzte dann hintergründiger Humor. Den Zuhörern gefiel besonders die heitere Erzählung „Epiphaniafest“ von Goethe. Der jungen Oboist Benjamin Völke, der zusammen mit Hermann Kruse am Klavier kleine instrumentale Einlagen vortrug (Fantasie über „Alle Jahre wieder“), überzeugte. Der schlanke und silbrige Ton  seines Instrumentes fand besonderen Anklang.

Rhythmische Raffinesse

Im zweiten Teil wurden Stücke aus der klassischen Salzburger Zeit bis zur Moderne vorgetragen. Bei den Liedern „Stille Nacht“ und „ Oh, du fröhliche“ stimmten wieder alle Besucher ein. Der 1945 entstandene Chorsatz „Der Stern zu Bethlehem“ von John Rutter ist von rhythmischen Raffinessen geprägt. Hier bewies der Chor besondere Leichtigkeit und Sangesfreude. Zum Abschluss trug Burkhard Huwald die Weihnachtsgeschichte vor und entließ die Zuhörer in   eine besinnliche Zeit.

Peter Tölke

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